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Gliederung:

Das Nenderother Hallengericht
Die Gerichtsordnung Graf Heinrich des IV.
Von Schöffen und Schultheißen
Das peinliche Halsgericht
Nenderother "Criminalsachen"
Das Nenderother Feldgericht
Das Ortgericht
Der Schiedsmann


Die Ursprünge des Nenderother Gerichts liegen im Dunkeln. Weder über seinen Gründer noch über die Umstände der Begründung sind Nachrichten überliefert. Da im Mittelalter fast überall eine Übereinstimmung zwischen administrativen, kirchlichen und gerichtlichen Bezirken zu beobachten ist, kann davon ausgegangen werden, daß sich der Nenderother Gerichtsbezirk in der früheren Zeit mit der Ausdehnung der Kalenberger Zent deckte. Der Lehnsvertrag zwischen der Wormser Kirche und dem Hause Nassau vom 8. November 1308 (s. Kap. Orts- und Territorialgeschichte) erwähnt dieses Gericht Kalinberg zum ersten Mal und nennt auch seine Herren. Der Wormser Bischof bestätigt darin die Belehnung und Bestallung an Graf Johann von Nassau.


Das Nenderother Hallengericht


Ursprünglich war also das Gericht in kirchlicher Hand und kam als Kirchenlehen an die Grafen von Nassau, die in jener Zeit ihren Machtbereich im Gebiet der Kalenberger Zent ausdehnten und die ansässigen Dynasten von Greifenstein und Merenberg, die als Vögte der Wormser Bischöfe die Rechtspflege ausübten, aus ihren Besitzungen drängten.

Die erste direkte Erwähnung des Nenderother Gerichtes verdanken wir einer Urkunde vom 31. März 1310. Darin übergibt Hartrat von Merenberg neben anderen Rechten und Besitzungen in der Kalenberger Zent das Gericht in der Halle zu Nenderoth an Graf Johann von Nassau.

Die in der Urkunde erwähnte Gerichtshalle war in dem heute verschwundenen südlichen Seitenschiff der Nenderother Kirche untergebracht. Die zu Fenstern vermauerten Arkaden in der Südwand sowie die als Dachauflager dienenden drei Basaltsäulen und die vor Jahren noch erkennbaren und bei der Neugestaltung der Außenanlagen in den 60er Jahren verschleiften Fundamentmauern sind heute noch sichtbare Zeugnisse der Existenz dieser alten Gerichtsstätte.

Die Kirchhöfe waren ein bevorzugter Versammlungsort für diese frühen Gerichte, wie uns Urkunden aus dem 14. und 15. Jahrhundert belegen (s. Nass. Weistum 1313, Kap. Orts- und Territorialgeschichte). Sie lösten die noch älteren Gerichtsplätze an den heiligen Orten der Ahnen ab und unterstrichen die engen Beziehungen, die zwischen den weltlichen Gerichtsherren und dem Klerus damals durchweg vorherrschten.

Ob und wieweit eine klare Trennung zwischen weltlicher und geistlicher Gerichtsbarkeit in der frühen Zeit überhaupt möglich ist, vermag die spärliche Aktenlage nicht eindeutig zu klären. Sicher ist, daß beide Formen auch nebeneinander in Nenderoth bestanden haben.

Auf das geistliche Gericht, die sogenannte Sendgerichtsbarkeit, wird an anderer Stelle (Kap. Geschichte der Kirche und Pfarrei Nenderoth) näher eingegangen. Nur soviel sei gesagt, daß sicher auch das kirchliche Gericht mit dem Fronhof in Verbindung stand, der dem geistlichen Sendgraf bei seinem Besuch im Kirchspiel Herberge bot und der von den Untertanen die totale Leibeigenschaft war die Regel in Fronarbeit bewirtschaftet wurde. Man kann davon ausgehen, daß im 14. Jahrhundert das Nenderother Kirchspiel, das zu diesem Zeitpunkt neben dem Kirchort noch aus den Orten Arborn, Odersberg, Ködingen und der Hälfte Münchhausens bestand, zwei solcher Fronhöfe besaß: den Hof "Ködingen" (später Hofgebäude der Johannisburg) und den Hof "im Dale". Ein alter Flurname in der Dorfgemarkung Nenderoths, "Frenroff" (im 16. Jahrh. noch Fronhop), liefert noch den direkten Beweis der Existenz des Fronhofes bis in unsere Tage. Der heute teilweise unter Wald liegende Hang oberhalb des Sauerbornsweges vor dem Dietzwinkel, der bis zur Flurbereinung 1954 diesen Namen trug, beherbergte die Feldfluren des Fronhofes. Seine starke Terrassierung, die heute noch gut sichtbar ist, überliefert die typischen Ackerformen des Mittelalters mit ihren langen Streifenfluren. Die Hofgebäude standen vermutlich weiter bachaufwärts in der Nähe des Hardtwäldchens. Aus diesen sogenannten Fronhofgerichten, deren Sprengel sich durchweg mit den Kirchspielen deckte, entwickelten sich mit der Zeit die Schöffengerichte.

Wie lange das Hallengericht bestanden hat, läßt sich nicht mehr klären. Im Zuge wechselnder Besitzverhältnisse und zahlreicher Verpfändungen muß es bereits im 14. Jahrhundert untergegangen sein.

Sein Gebiet wurde dem Gericht Mengerskirchen zugeschlagen, das in seiner Entwicklung um die Mitte des 15. Jahrhunderts seinen Höhepunkt erreichte und den mächtigsten Gerichtsbezirk innerhalb der Unterherrschaft Beilstein bildete. Die mit Gerichtszwang nach Mengerskirchen gebannten Orte waren zu Wachdiensten verpflichtet und mußten in der Fron die Wehrbauten unterhalten, die der Marktflecken als zweiter Hauptort der Grafschaft neben Beilstein aufzuweisen hatte.

Ein Weistum (Urkunde, Verfügung) aus dem Jahr 1504 bestätigt die Zugehörigkeit der Orte der Kalenberger Zent (Kirchspiel Nenderoth) zum Gericht Mengerskirchen. Darin heißt es, daß die Orte Winkels, Probbach, Dillhausen, Arborn, Odersberg, Nenderoth, Ködingen, Obershausen und Münchhausen, rechts der Ulm, „je und allerwegen mit dem Gerichtszwang gen Mengerskirchen gehört haben". Zum Zeitpunkt der Erstellung des Weistums bestand die Bindung der Nenderother Orte an das Gericht Mengerskirchen jedoch nicht mehr. Sie war schon einige Jahre zuvor, das genaue Datum ist umstritten, durch den Erlaß einer Gerichtsordnung von Heinrich IV., dem Herrn von Beilstein, gelöst worden.



Wir, Herr Hartrat, Herr von Merenberg und Probst zu Wetzlar, und Hartrat, unser Brudersohn von Merenberg, tun kund allen denen, die diesen Brief sehen oder lesen, hören und verkünden für uns und alle unsere Erben, daß wir dem edlen Mann, Graf Johann zu Nassau, gegeben haben all unsere Leute, die wir in der Kalenberger Zent, zu Heimau in dem Gerichtsbezirk haben, mit allem Recht, das dazu gehört und wie wir es bisher hatten. Auch haben wir ihm das Gericht in der Halle zu Nenderoth gegeben, mit allem Recht, wie wir es bisher hatten. Auch haben wir ihm weiter den Kirchsatz zu Oberrolshausen gegeben, der bisher uns und unseren Erben zustand. Das haben wir gefunden, um Friede und Zuneigung zwischen uns hinfort zu erhalten.

Geschähe es also, daß unsere Leute in den Gerichtsbezirk des Grafen Johann von Nassau ziehen, so sollen sie ihm und seinen Erben gehören, mit der Ausnahme, daß es nicht ihr Wille wäre, dahin zu ziehen. Der soll zwei Nachbarn an der Stätte, wo er bleiben will, nehmen und sprechen: ich tue euch kund, daß ich wohnen will unter dem Grafen Johann von Nassau. Und was er an fahrender Habe zurückläßt, die soll er innerhalb acht Tagen ungehindert holen. Hat er Saat auf dem Felde, die nicht reif ist, die soll man ihn holen lassen und nicht daran hindern. Nach dem Tage, an dem er in des Grafen Johann von Nassau gezogen ist, soll er kein Gut in unserem Land bearbeiten vom Lande des Grafen aus, sei er Bürger in seinen Städten oder Landmann in seinem Gerichtsbezirk. Falls er aber doch das Gut darin bearbeitet, so hat er die höchste Buße verwirkt, wenn mans ihm beweisen kann; das soll der Graf nicht verbieten. Läßt er Eigen oder Erbe zurück und will er es verkaufen oder verpfänden oder verliehen, dann sollen wir und unsere Erben ihn nicht hindern.

Beschuldigt man ihn aber wegen einer Forderung, eines Pfandes, einer Schuld oder irgendeines anderen Rechtsbruches wie auch immer, deretwegen wir Klage führen oder irgendeinener unserer Freunde, so soll der Graf seinen Amtmann schicken und den Mann wieder in unseren Gerichtsbezirk bringen, woher er gekommen ist, und soll ihn heißen leiden wegen des Rechtsbruches, dessen man ihn beschuldigt, wie es in unserem Lande Recht ist; wenn er deswegen flüchtig wird, weil er das nicht tun will, so soll er ihn nicht gegen unseren Willen festhalten. Auch sollen wir nicht einen seiner Leute, der geächtet ist, gegen seinen Willen festhalten, weder in unserem Gerichtsbezirk noch in Städten oder Burgen. Auch sollen wir oder unser Amtmann keinen Mann, der dem Grafen Johann von Nassau angehört, durch Überredung oder List bei uns festhalten; beschuldigt er uns aber, wir hätten es getan, so soll unser Amtmann unter Anrufung der Heiligen bezeugen, daß es nicht geschehen sei.

Damit diese vorbeschriebene Abmachung immer währe und fest bleibe, haben wir, der vorgenannte Herr Hartrat, Herr von Merenberg, und Probst zu Wetzlar, und Hartrat unser Brudersohn von Merenberg, unsere zwei Siegel an diesen Brief gehängt und haben die edlen Leute und Herren, die hiernach geschrieben stehen, veranlaßt, daß sie ihre Siegel an diesen Brief gehängt haben: Graf Heinrich und Graf Emich von Nassau, Graf Heinrich von Solms, den man nennt von Westerburg, Herr Luter, den Herrn von Isenburg, und Herrn Siegfried, den Herrn von Westerburg. Dieser Brief wurde geschrieben und gegeben, als man zählte nach Gottes Geburt tausend Jahre und dreihundert Jahre, im zehnten Jahre am Dienstag nach dem Sonntag zur halben Fasten.



Vertrag zwischen Nassau und Merenberg 31. März 1310, das Gericht Nenderoth und die Kalenberger Zent betr. (Neudeutsche Übersetzung) Staatsarchiv Wiesbaden Abt. 150, Nr. 3

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Die Gerichtsordnung Graf Heinrich des IV.



In der Reihe der Beilsteiner Landesherrn war Heinrich der IV. einer der bedeutesten. Mit der „Gerichtsordnung für die Herrschaft Beilstein" schuf er eine beispielhafte Grundlage für ein geordnetes Rechtswesen und teilte die Gerichtsbezirke im Gebiet der Unterherrschaft Beilstein neu auf.

Aus dem Gericht Mengerskirchen gliederte er die Orte des Nenderother Kirchspiels wieder aus und schuf mit Zuweisung Obershausens das Gericht Nenderoth neu, das in der Folgezeit auch unter dem Begriff „Gericht der Kalenberger Zent" genannt wird. Das Jahr der Inkraftsetzung der Gerichtsreform ist bis heute umstritten und dürfte aufgrund verschiedener Indizien zwischen 1492 und 1499, dem Todesjahr Heinrichs, anzusetzen sein.

Ein Güterverkauf in der Gemarkung Obershausen, der am 3. Juli 1492 vor dem Mengerskirchener Schöffengericht verhandelt wurde, nennt unter den 12 Schöffen auch 9 aus den Orten des Nenderother Kirchspiels. So ist demnach anzunehmen, daß zu diesem Zeitpunkt die Gerichtsordnung noch nicht in Kraft und die Neubegründung des Nenderother Gerichts noch nicht vollzogen war.


Item Ist diesz vnser Henrichs Grauen zu Nassauwe vnd Hern zu Byelsteyn meynong vnd ordenong, die wir gemacht vnd geordnet haben In vnszerer lantschaft jeigen Byelsteyn vnd mengerszkirchen vnd jn kalemberger zent, darjin gehoren gesessen vnd beyudt sin vnszern geboitten vnd verboitten vnderworffen, durch die selben vestiglichen vnszer richter vrteilsprecher vnd vnderthane gehalten Sall werden by vnszerer Pene vnd Strauffe, welicher oder wer die weren sich wiedder vnszer Ordenong sehsten Ader die nit hielten, wie her nachfolgt Clar vnderscheyden steet.

Item zum Ersten So sall eyn gericht zu Beyelsteyn Sin, vnd in solich gericht Sall gehoren Rodenrode, Heyrnn vnd wallendorff, mit geboitten, vnd verboitten mit guttern hirlich vnd aller oberkeit was in die selben Termyny vnd plege gehort ersucht oder vnersucht nichts vfzgescheyden, welcher mit dem Andern zu schycken gewint vmb was sach das were vmb Schult Erbe gutter oder welicherley sach das were dar vmb man zu rechten vnd zu richten sich geburt jener den andern jn dem gericht ob ernant sitzt vnd gehort eyner den andern am selben gericht vurnemen mit recht, recht vmb recht geben vnd nemen wie Sich Ordenong rechts do selbst geburt. Item zum Andermaill Sall mengerszkirchen, meynberg, Winckelses, Brabach, Dielhusen vnd nyederrulszhusen Auch eyn gericht sin mit geboitten vnd verboitten mit guttern hirlich vnd aller oberkeyt was in dieselben Terminy vnd plege gehort ersucht oder vnersucht nits vfzgescheiden, welicher mit dem Andern zu schycken gewinnt vmb was sach das were vmb Schulltt Erbe Gutter oder welicherley sach das were darumb man zu rechten vnd zu richten sich geburt, jeder den Andern in dem Gericht wie ob ernant sitzt vnd gehort eyner den Anderen Am selben gericht furnemen mit recht, recht vmb recht geben vnd nemen wie Sich ordenong rechts do selbst geburt.

Item Zum Drittenmail Saill nentenrode, Arborn, Oderszberg, ködingen, moinchhusen vnd oberrulszhusen Auch eyn gericht sin mit geboitten vnd verboitten mit guttern Hirlich vnd Aller Oberkeyt was in dieselbe Terminy vnd Plege gehort ersucht oder vnersucht nits vfzgescheyden welicher mit dem Andern zu schicken gewint vmb was sach das were, vmb Schult Erbe Gutter oder welicherley sach das were dor vmb man zu rechten, vnd zu richten Sych geburt jeder denn Andernn in dem gericht wie ob ernant Sietzt vnd gehort Eyner den Andern Am selben gericht furnemen mit recht, recht vmb recht geben vnd nemen wie sich ordenong rechts do selbst geburt.

Item Sollen die drue Gericht mit Sampt iren zu gehorigen der Selben druen gericht Im iar drue maill gein Byelstein komen vnd myns gnedigen Hern sin hirlichkeit vnd vngeboitten dinge halten, Rugen, myns Gnedigen hern Hirlichkeit wiesen wie von alther herkomen vnd gewonheit Ist, vnd Sall das der Erst dag Sin der vngeboitten dinge vnd Ruge dag vf montag nach Trinitatis, der ander vf montag nach Sent michahelis dag, vnd der dritte vf montag vor fassenacht.

Item Is Sall auch Eyn Iglicher Inwoner der mit dem Andern zu schycken hait oder gewint, er jeder den Andern vorgeboitten mit dem Schulteiszen mit iii Hellern wie von althers eyn herkomen vnd gewonheit, vnd sinen vffenen gerichts dag wartten vnd Sall eynen Iglicher den Andern furnemen vnd Ersuchen An den gerichten do er vnder gesessen Ist Essie vmb Schult Erbe gutter nichts vfzgescheyden.

Item wirs sach das eyn Inwoner vnder der druen Gericht eym, eyn vrteill fielle das Ine beswerlich duchte des er sich Beruffen wolle, dasfall er sich gein Byelsteynn vor den oberhoff beruffen solle vnd von dem beruff eyn gulden geben vnd vf das nehst lantgericht dae zu Beyelstein sins vrteils wartten, Wers aber sach das drie oder vier beruff werden vnd So die begertten die beruff gethan hetten So sall man vff die vier beruff das lantgericht als den oberhoff verboitten vnd den vier parthien rechts verhelffen laissen vnd Sust nit dan zu den drien vngeboitten wie obgeszrieben.

Item wer Sach das frombde lude vfzwendig landes gerichts begeriten vnd gericht keuffen wollen, Sal man dem Schulteisen vnd Iglichem Scheffen zwin reder albos geben, do mit Sall das gericht gekaufft Sin vnd nit mehe darvon geben dan sin Fursprechern lon vnd vrteil gelt wie sich das geburt.

Item wers sach das eyner vfzwendig landes eyn beruff dede der Sall zwin gulden geben, den Sal man dar vmb das lantgericht verboitten wers aber sach das drie oder vier beruff darzu weren So sollen sie auch nit mehr dan 1 gulden geben.

Item wessich Also An vnszerm gerichte gehandelt wurdt vor den oberhoff beruffen do by wie wir das geordnet vnd gesetzt haben, wollen wir das is durch die vnszern vnd eyn Iglichen gehalten vnd nit wiedder beruffen oder vurgenommen werde.

Item wers sach das eyn frombder eym oder eyner das sin der auch frombde were bekomert der Sall zwintzig heller alts gelts geben von dem komer zu erstrecken, wie das von Alther herkomen Ist.

Item wan nun vorgeboitten oder an gericht gekomert Ist dassin verantworten wyll vnd von dem Schulteisz lauw begerten Ime eyn vursprechern zuuergonnen, der Sall den Schulteiszen In der sach byß zu Ende vfz des gerichts eyn reder albus geben vnd dem vorsprechern Allen gerichts dag vi alt heller zu vorsprechern lon.

Item von eyn urkunde Sal man geben vi alt heller dem gericht vnd von eyn vrteill drie sz alts gelts vnd von eym vfflage iii alt heller.

Item Alle vrteil Sal man In die gerichts Bucher setzen vnd Schrieben wie die gewist werden.

Item Wers sach das eyner eynen Erbbrieff von dem Gericht zuuersiegeln begerte vnd Sych zu thun geburt zuuersiegeln, der Sall dem gericht eyn viertel wins geben von Siegell.

Item wers sach dais sich eyner in Erbe gutter beclagt vnd ime recht zu gewesen wurde der Sall von dem Insatze eyn halben gulden geben dem gericht.

Item is sall eyn Iglich gericht vnder den druen obgenanten Sin gerichts buch han vnd durch sinen gewonlichen geloppten gerichts Schrieber Alle vrteil vnd was sich dorin zu schrieben geburt dorin schrieben vnd sust anders nyemants.

Item So man gericht keufft vnd berufft dhut So sall man den Schulteisz vnd scheffen vnd ob jemants von myns gnedigen hern wegen dor by geschyckt were vor dieselben das Malzyt gelten vnd und Sust vor nyemants nicht von desgerichts wegen.

Item wers sach dassich zwo parthien durch das gericht oder durch eyn andern vff Iren Beydersits Frunde liessen vertheidigen sie gutlichen zu entscheiden mit Irer beiderseits wiessen, Solten sie den fronden vnd wer Ine hette In der Sachen helffen handeln Iglicher parthie eyn vierteil wins geben vnd wer eyn frondt oder deitigen man Inn der Sach were vnd den parthien mehr zu gelten vff sest, So solten Is die parthien nit schuldig sin zu geben vnd So der selbe vns Graue henrichen vnterthane oder vnterworffen were das wir Ime das zugebietten vnd zuuerbietten haben, mit r gulden verbussen, daruor wiessich ein Iglicher zu hutten.

Item wers sach das eyner eynen vmb Schult fordert der er Ime bekentlich ist, dem Sall man phants verhelffen Als her nach folgt.

Item were Auch eyner eym Schuldig vnd wol Ime seiner Schult nit gesteen vff vorflucht oder verlengerong, mocht eyner den mit brieffen vnd Siegeln oder mit lebendiger konde gnugsam zu rechten Bewiesen, sal man ime auch richten als her nach folgt.

Item wers sach das eyner eynen erclagt mit recht vnd Schult wie obstet der Sall derselben glichen auch verholffen werden.

Item so eyner kumpt zu dem Schulteis oder eyn richter ist von mons gnedigen Hern wegen ime phands zuuerhelffen in sim beuel ers zu thun hait eyn Schulteis oder richter ist, So sall er ime an dem der die schult schultig ist phands helffen an liegendem phanden So fer man die gehaben mag als cleyder, Beth, kessel, pan, vnd wes man Hußrats fynden mag vnd dieselben phande zimlichen geben Doch also viel das man solich gelt daruff entlihen kan oder die phande daruon verussern kan als hernach folgt.

Item man die Phande also gegeben werden So sall der dem die phande gegeben werden Sich eyn Scheffen oder zwin Wiesen laissen wie er sich mit den phanden halten soll dem sall derselbe vortter also nachkomen wie er durch den Scheffen gewyst wirtt.

Item Sall dieß der Scheffen Wiesthum sin das die phande dem sie gegeben sin vor sin Schult hinder eyn legen der dar zu geordent wirt vnd die phande in demselben gericht vff bitten zuersetzen vor also viel gelts als man ime schuldig ist vnd darvor inam ime phande gegeben hait, vnd kan er die phande nit versetzen davor in dem gericht So sall man die phande verkeuffen, vor was zwin Scheffen vff ire eyde Erkennen die phant wert weren vnd eynen von meyns gnedigen Hern wegen auch darzu gegeben wurde mit den scheffen erken sie wert sin, dem Schuldener sin Schult davon betzalen, vnd were vberentzig dae so Sall dem des die phande gewest das wiedder geben werden.

Item kan man die Phende nit versetzen oder verkeuffen so sollten die obgenant drie dem derselben phande So viel an siner Schult geben dassie erkennen konnen wie obgeschrieben sin schult gnugsam bezalt were mit kontlichen wirklichen gerichts schaden vnd wie sich daz geburt.

Item wer is sach, das man der obgenant phande nit enfunde vnd pherden kuwe Swin schaff oder wellicherley viehe das were phenden must, So sall man glicher wiese mit dem versetzen vnd ver keuffen, oder dem an siner Schult zu geben halten, nach, erkentniß nach dem zugesatzten myns gnedigen Hern vnd der tzweyer scheyffen dasselbe viehe welicherley das were Sall auch hinder eyn gestalt werden der darzu geordnet wirt, vnd des des is ist der hait mocht Im fuder die zyt zu halten, woe er des aber nit dede Sall er dem die Atzung betzaln noch erkentniß der Scheffen do is hinder steet.

Item Is Sall auch keyner selber Phenden In myns gnedigen hern lande vnd gepiete by hehsten Busse, auffter vor win Schult Sal man halten wie vor alters herkommen ist, vnd wer sust phenden will der Sall dem Schultis sin recht geben vnd ime Phandes verhelffen laissen wie obgeschrieben.

Item wem durch den Schulteis mit recht verhulffen wurde, wert sich der Phande oder nymt die mit eygener gewalt wieder, der sall das mym gnedigen Hern mit der hehesten Busse verbussen, hernach hait sich eyn iglicher zu richten.

Item wer Gutter hinter mym gnedigen Hern ligen hait der sal sie hinder dem gericht do die gutter gelegen sin verdeitigen vnd der gerichts dag erwarten.

Item der Gutter oder Erbe in ein verboit legt der sall davon geben iii alt Heller vnd die Gutter vß dem verboit dhuit sall auch geben iii alt Heller. Item Eyner sie Inwendig oder vßwendig des landes der sall der offenen Gerichts Dag wartten.


"Grafen Heinrichs zu Nassau/ Herrn zu Beilstein/ Gerichts-Ordnung in der Herrschaft Beilstein", Dillenburgische Intelligenz Nachrichten vom 15. Januar 1774

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Von Schöffen und Schultheißen



Wurde das Mengerskirchener Gericht noch mit zwölf, mitunter sogar mit vierzehn Schöffen besessen die hohe Zahl erklärt sich durch die Zusammenlegung mit Nenderoth so hatten nach der Reform die drei Gerichte der Unterherrschaft Beilstein jeweils nur noch sieben Schöffen. Den Vorsitz führte der Schultheiß. Er rief an den gewöhnlichen Gerichtstagen die Schöffen für die Verhandlungen zusammen. Daß es dabei pünktlich zuzugehen hatte, verdeutlicht die Ordnung für die Gerichte Beilstein, Mengerskirchen und Nenderoth, die der Landesherr Graf Johann im Mai 1541 erlassen hatte. "Erßtlich Sollen sich der scheffen, uf die tag so das gericht Zuhalten gewonlich, zu acht uhren vor mittag in scheffen stul setzen", heißt es in der Verfügung. Auch durften die Verhandlungen nur bis zwölf Uhr mittags dauern, und diejenigen, die zu spät kamen, sollten "em andere gericht zu wen gelegenheit eins andern tags keuffen und bestellen". Die Gerichte Mengerskirchen und Nenderoth entschieden in erster Instanz überwiegend bei Land- und Güterverkäufen. Berufungen wurden am Oberhof (Landgericht) in Beilstein verhandelt. In Ausnahmefällen war die Anrufung des Grafen zulässig. Direkte schriftliche Zeugnisse vom Nenderother Gericht sind sehr spärlich, und der Umstand, daß man zeitweise den Beilsteiner Gerichtsbeamten als Schultheiß der Kalenberger Zent nannte eine Amtsbezeichnung, die eigentlich nur dem Nenderother zukam erschwert die Klärung der heimischen Gerichtsverhältnisse zusätzlich. Am 30. Oktober 1561 wurde der Hof Ködingen (spätere Johannisburg) durch die Schöffen des Nenderothers Gerichts ausgesteint. Das Grenzprotokoll nennt uns neben Kellers Cunrad von Ködingen und Kreyß Veltin, „itzo Keller zu Beylstein, so zu Entenrode geborn Undt erzogen", die beide an der Grenzbegehung teilgenommen hatten noch Clausen Henge, Heppers Christges und Schlichers Martin als Nenderother Schöffen. Das Salbuch (Einkommenverzeichnis) „der Kalenberger Zent oder des Kirchspiels Entenrod" aus dem Jahr 1569 erwähnt ebenfalls das Nenderother Gericht. In dem genannten Jahr stellten Arborn, Obershausen, Nenderoth und Ködingen je einen Schöffen, Odersberg zwei. Da sich das Gericht jedoch aus sieben Schöffen zusammensetzte, ist davon auszugehen, daß auch Münchhausen, das ebenfalls hälftlich zum Gerichtsbezirk und zum Kirchspiel gehörte, einen "Gerichtsmann" stellte. Von den an die Herrschaft zu leistenden Abgaben waren die Schöffen teilweise befreit. Bei der jährlichen Hühnerablieferung jedes Haus im Kirchspiel hatte zwei Hühner zu liefern brauchten sie nur eins zu geben. Auch bei dem "Bannweingeld", das auf die Pferde erhoben wurde, kamen sie mit der Hälfte davon. Das Salbuch gibt uns auch Nachricht über die Höhe der Bußen, die das Nenderother Gericht aussprach. „Was vor Frevell fürfallen die werden ahm gerichtt Endenrode gerugettn vnd werden zur Buß erkandt, die Hochst geltt buß 8 ½ g (Gulden) die Leicht Buß 15 alb (Albus)." Für eine Berufungsverhandlung am Beilsteiner Oberhof war ein sogenanntes „Beruffs geltt" zu zahlen, "davon geburth der Herrschaft Ein Berufs Gulden". Wurde ein Urteil des Oberhofs nicht anerkannt, mußten sich die streitenden Parteien an den Landesherrn selbst wenden, wofür sie dann nochmals zehn Gulden zu entrichten hatten. Die Beilsteiner Landesteilung (s. Kap. Orts- und Territorialgeschichte) führte im Jahr 1621 zum Ausscheiden Mengerskirchens aus dem Gebiet der Herrschaft Beilstein. Da auch sein Gericht dem Beilsteiner Oberhof bisher zugehörig war, mußten die Gerichtsbezirke neu aufgeteilt werden. In seiner „Underwerfflichen Ordnung die Gerichte Beilstein Und Nentenrod belangent" veröffentlichte am 5. November 1621 der Beilsteiner Amtmann Martin Naurath den Umfang der neuen Bezirke:

„...So wirtt, innahmen hochwolermelts Unsers gnedigen herrn Ernst Casimirs zu Nassaw cazenelenbogen hiermitt verordnett und bepholen das ins Künftige ... bis zu anderen, werlichen J. ... oder dero Nachkommenden Verordnung di zu der herschafft Beilstein gehorigen Underkirspel Beilstein Nenterodtt Niedershaussen undt Tielhaussen in Zwey Gericht getheiltt, Eins das Gerichtt zu Beilstein das ander Gericht zu Neterott genennet undt wurden Beilsteinig Gericht Die Thal Beilstein, die Dorff wallendorff, hawern, Rodenrodtt, Tielhaussen, Brappach und Nieder Rolsshausen gezogen; aber wurden das Gericht Nenterodtt, das Dorff Nenterott, Johanspurger höfe, die Dorffer Arborn, Münchhaussen diesseits der Bach, Odersperg undt Obershaussen als alle allodial undt eigene Dorffer gehörig sein; under diejenige Scheffen so ahn in denem ohrtt zur Zeitt wohnen, bey ihrem Scheffen nahmen undt ehren verpleiben undt ahn diejenigen Gericht, darunder sie nuhnmehr gehörig, besitzen sollen welches innahmen hochwolged: unsers gnedigen hern hiermitt in dem menniglich zur nachrichtung öffentlich an zu zeigen bepholen wirtt".

Das älteste Nenderother Kirchenbuch nennt noch im Jahr 1636 „Conradts Eberth, eine gerichts person zu Nenderodt", als Mitglied des hiesigen Gerichts. Als auf dem Höhepunkt des Dreißigjährigen Krieges plündernde Soldatenhorden und der mit ihnen ziehende Schwarze Tod den südlichen Westerwald ins Elend stürzte und seine Dörfer entvölkerte, dürfte auch das Ende für das Nenderother Gericht gekommen sein. Fast gänzlich ausgestorben und im Jahr 1641 nur noch fünf Haushaltungen zählend, waren die öffentlichen Institutionen des Dorfes gelähmt. Lange Zeit finden sich keine Nachrichten mehr.
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Das peinliche Halsgericht




Die dörflichen Schöffengerichte hatten sich im allgemeinen mit geringeren Vergehen, Erb- und Feldstreitigkeiten befaßt. Für Strafsachen, die „Hals und Haupt" betrafen, waren die Kriminalgerichte zuständig. Solche „Peinlichen Halsgerichte", wie man sie auch nannte, wurden vom Landesherrn selbst als öffentlichem Ankläger von Fall zu Fall einberufen und mit wechselnden Schöffen besessen. Für Nenderoth fehlen direkte Nachweise über die Existenz eines solchen Gerichts. Es ist nur zu vermuten, daß der oberhalb Arborns gelegene Galgenkopf eine solche Richtstätte beherbergte und sicher, da er innerhalb des Nenderother Gerichtssprengels lag, auch diesem Gericht zugehörig war. Für die Gerichte Beilstein und Mengerskirchen, deren Bezirke an den von Nenderoth grenzten, sind ebenfalls die zugehörigen Richtstätten bekannt. Der Flurname „Am Gericht" in der Mengerskircher Gemarkung überliefert den dortigen Richtplatz und der Beilsteiner Galgen stand auf dem "Endseifen". Die Errichtung eines Galgens galt im Mittelalter als Hoheitszeichen und dokumentierte den absoluten Macht- und Rechtsanspruch des Landesherrn für das Gebiet, auf dem er stand. Daß sich an dieser Rechtsauffassung bis ins 18. Jahrhundert anscheinend noch nicht viel geändert hatte, verdeutlicht ein Vorfall, der sich im Jahr 1721 ereignete. In dem genannten Jahr wollten die Mengerskirchener nämlich auf dem Galgenkopf bei Arborn einen Dieb hängen und hatten schon Anstalten unternommen, dort den Galgen zu errichten. Da die Bergkuppe jedoch unzweifelhaft auf Beilsteiner Gebiet lag, daran änderte auch der schlecht ausgesteinte und deshalb umstrittene Grenzverlauf zwischen Mengerskirchen und Arborn nichts, sah sich der Beilsteiner Amtmann genötigt, unverzüglich die gesamte Landmiliz unter Waffen treten zu lassen. Die zog mit Verstärkung der Bauern der umliegenden Ortschaften zur Arborner Grenze, die gleichzeitig auch Landesgrenze zwischen Diez und Dillenburg war, um dort der Verhältnisse wieder Herr zu werden. Die Urteile des peinlichen Halsgerichtes vollstreckte der Scharfrichter. War ein Missetäter zu hängen oder bei leichteren Vergehen durch die Rute zu züchtigen, war er zur Stelle. Neben seiner Haupttätigkeit versah er noch im Nebenamt die Abdeckerei und mußte helfen, der räudigen Hunde Herr zu werden, wenn diese innerhalb der Dörfer der Herrschaft Beilstein überhandnahmen.
Sein Gewerbe galt als wenig ehrenhaft und stellte ihn außerhalb der bürgerlichen Gesellschaft. In der Kirche hatte er seinen gesonderten Platz, abseits der anderen Kirchgänger, und auch seine ganze Sippe hatte unter dem Makel seines Amtes zu leiden.
Mit der Auflösung des Amtes Beilstein am Ende des 18. Jahrhunderts verliert sich auch jene Form der Gerichtbarkeit im heimischen Raum, für die fortan die Gerichte der Landeshauptstadt Dillenburg zuständig waren.
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Nenderother „Criminalsachen"




Verdeutlicht man sich die Strenge, mit der in früheren Jahrhunderten kirchliche wie weltliche Obrigkeit ihre Untertanen in „Zucht und Ordnung" hielten, so mag es nicht verwundern, daß die Rechtsverstöße auch in unserer engeren Heimat weitaus zahlreicher waren, als man heute annimmt. Führte doch schon das „Tanzen in der Öffentlichkeit" zu harter Bestrafung, und das „Tabakrauchen auf offener Straße" war zum Ende des 18. Jahrhunderts noch Anlaß, den ertappten Tabakfreund mit einer Strafe von zehn Gulden an den Rand des Ruins zu bringen. Schlimmer wurde es für Diebe, auf die, je nach Schwere des Deliktes, sogar die Todesstrafe wartete. Aus der Reihe der leichteren Vergehen ragen einige Kriminalfälle heraus, die zwar nicht vor den Schranken eines Nenderother Gerichts verhandelt wurden, sich aber in der Vergangenheit hier zugetragen haben:

Im April des Jahres 1669 wurde ein Raubmord bekannt, der sich bereits am Sonntag vor Weihnachten 1668 im sogenannten Kalenberger Wald „ohnweit der Schneidmühle" (die Schneidmühle -Ködinger Mühle- lag zu dieser Zeit im Bereich des Nenderother Kirch- und Gerichtsbezirkes) ereignet hatte. Dort hatten zwei Männer aus Selbenhausen, darunter der ehemalige Förster dieses Dorfes, einen umherziehenden Handelsjuden überfallen, ihn erschlagen und seinen Sack mit Handelsware mitgenommen. Den Sack hatten die Spitzbuben in einer hohlen Eiche versteckt. Ob der damals anscheinend noch flüchtige Haupttäter gefaßt und wo er abgeurteilt wurde, ließ sich nicht mehr klären.

Die „Dillenburgischen Intelligenz Nachrichten" vom 15. Mai 1773 veröffentlichten ein sogenanntes „Criminal-Urtheil" gegen zwei Männer aus Nenderoth. Gegen Christian und Johannes Betz war am 7. Mai 1773 wegen „angeschuldigter Dieberey" vor der „Fürstlichen Justiz-Canzley" die Anklage erhoben worden. Ersterer war dabei zu „öffentlicher Schanzarbeit in Ketten und Banden auf 6 Wochen verdammet", gegen Johannes Betz aber „die Special-Inquisition" erkannt worden. Johannes Betz konnte jedoch schon bald nach seiner Festsetzung aus der Haft flüchten und wurde steckbrieflich gesucht.


Steckbrief vom 31. Juli 1773




„Der wegen verschiedener Diebstähle in der Inquisition gestandene Johannes Betz von Nenderoth, etlich und 30 Jahr alt, kurzer Statur und blassen Angesichts, mit schwarzen Haaren, einem leinenen Kittel und dergleichen Hosen tragend, hat in der Nacht vom 20. auf den 21. dieses Monats, Gelegenheit gefunden, aus dem Gefängniß durchzubrechen, und flüchtig zu werden. Weil nun vieles daran gelegen ist, daß man dieses Flüchtigen wieder habhaft werde: so wird eines jeden Ortes Obrigkeit, nach Gebühr, geziemend ersuchet, daß der gedachte Johannes Betz, im Betrettungsfall, sofort gefänglich nieder geworfen, und an das nächste Fürstlich Oranien- Nassauische Amt, allenfalls gegen einen gewöhnlichen Rücksicherungsschein, abgeliefert, oder besagtem F. Amte zu Beilstein Nachricht davon gegeben werde."


Bereits im Herbst des gleichen Jahres schien man ihn wieder gefaßt zu haben. Am 20. November wurde das Verfahren gegen ihn aufs neue eröffnet.

Über einen Viehdiebstahl in Nenderoth berichteten die Zeitungen vom 5. August 1797:

Gestohlen im Amt Mengerskirchen.



„Es sind in der Nacht vom 30. auf den 31. Juli dem Jacob Haas zu Nenderoth zwei schwere schlachtbare Ochsen aus dem Stall gestohlen worden. Einer dieser Ochsen ist bleichroth, mit aufgeworfenen Hörnern, hat zwei Spiegelaugen, und zwischen den Hörnern oben auf der Stirne einen rothen Flecken, der andere aber ist blutroth, hat Bockshörner und auf der linken Seite ein Spiegelauge. Wer hiervon Nachricht hat, wird aufgefordert, solche alsbald an das Fürstl. Amt zu Mengerskirchen gelangen zu lassen."

Von einem Totschlag, der sich im Jahr 1864 auf der Nenderother Kirmes ereignet hat, berichtet ein zeitgenössischer Chronist:

„... Nenderoth hat leider zu seinem bisherigen Wirtshause noch ein zweites bekommen und damit eine unheilvolle Spaltung unter seine Bewohner. Als eine traurige Folge davon kam es bei der sogenannten Kirchweihe zu Schlägereien, wodurch der hiesige Gemeinderechner in Folge einer anfangs nicht genug beachteten Kopfwunde nach einigen Tagen ums Leben, der Mörder aber 3 Jahre ins Correctionshaus kam."

Der Eintrag, den der Nenderother Pfarrer Philipp Jakob Fischer seinerzeit mit Sterbedatum 8. September ins Totenbuch schrieb, bestätigt diesen tragischen Vorfall:

„Der Verewigte hinterläßt zwei ganz unmündige Waisenkinder. Er war am Montag den 5. September ohne Streit zu suchen von einem hiesigen Bösewicht ermordet worden, infolge dessen er starb. Nach der gerichtlichen Leichenöffnung wurde die alsbaldige Beerdigung von F. Amt verfügt."

Bei dem Getöteten handelte es sich um den Gemeinderechner Johannes Heinrich Wolf aus Nenderoth. Wer der Täter war, konnte nicht mehr ermittelt werden.

Der Nenderother Lehrer Wilhelm Frech schildert als Zeitzeuge einen tragischen Vorfall, der sich im Jahr 1910 in Nenderoth ereignet hatte und einem jungen Mann aus einem Nachbardorf, der nach Nenderoth auf die „Frei" gegangen war, das Leben kostete:

„Ein trauriges Ereignis. In der Nacht vom 12. auf den 13. Juni. d. J. fand an der Telegraphenstange 160 auf dem Obershäuser Weg ein Überfall statt. Schon in der frühen Morgenstunde des 13. Juni drang die Kunde von Ohr zu Ohr, daß der Sohn des Müllers Fey, Richard Fey, der auf der Mühle zwischen Obers- und Niedershausen wohnt, tot auf der vorher erwähnten Straße liege. Alles blieb vorläufig im Dunkel gehüllt, doch bald kam Licht in die Affaire. Als gegen 11 Uhr sich die Nachricht verbreitete, daß der Polizeihund Greif zu Wetzlar zur Unfallstelle käme, hielt es mich nicht mehr länger im Schulraum und ich eilte dem Tatort zu. Oberhalb derselben kam schon der Polizist mit dem Hunde an der Leine, den Weg nach Nenderoth einschlagend. Diesem folgte ein Automobil von Gerichtsbeamten und Gendarmen besetzt".

Der Hund hatte die Spur aufgenommen und führte die Polizisten in das Haus des Täters. Dort eilte er die Treppe hinauf, in das Zimmer, in dem er geschlafen hatte.

Folgen wir weiter dem Bericht Frechs:

„Als ich den Unglücklichen sah, stieg in mir sofort der Gedanke auf: Hier muß ein Verbrechen vorliegen; zumal der Tote sich als Radfahrer nicht im geringsten verletzt hatte, außer einer Schlagwunde, die er am Kopfe, hinter dem Ohr erhalten. Derselbe lag auf dem Rücken, die Arme und Beine ausgestreckt. Sein Rad stand unversehrt neben ihm mit dem Vorderrad nach oben. Die Mütze lag ordnungsgemäß an seiner Seite. Außerdem sah man eine lange Schleife, die von einer Blutlache links im flachen Bogen etwas nach rechts führte. An dem Rockkragen auf dem Rücken konnte man deutlich erkennen, daß die Leiche geschleppt worden war".

Noch bevor der Polizeihund im Dorf eingetroffen war, hatte sich einer der an der Tat Beteiligten dem damaligen Bürgermeister Ludwig Schneider offenbart und ihm mitgeteilt, daß er und noch zwei andere Männer aus dem Dorf in jener Nacht mit Richard Fey zusammengestoßen seien „und wenn was komme, so wisse der Bürgermeister darum."

Einer der drei war schon in aller Frühe zur Arbeitsstelle nach Ehringshausen aufgebrochen. Dorthin wurde der Polizeihund gebracht und suchte den Beteiligten unter mehreren Arbeitern heraus. Dieser wurde inhaftiert, während die anderen unbehelligt blieben.

Weiter mit dem Chronisten:

„Am Nachmittag traf Herr Staatsanwalt Greffrat von Limburg hier ein. Auch er hielt ein Verhaften nicht für nötig, da die jungen Leute ehrliche Gesichter hätten. Auf seine Veranlassung wurde auch der Inhaftierte wieder freigelassen, so daß den Schuldigen genügend Zeit zu einer gründlichen Beratung gegeben wurde.

Am nächsten Tage wurde die Secierung der Leiche in der elterlichen Wohnung vorgenommen, bei der die Herrn Geheim- und Medizinräte Dr. Mencke von Weilburg und Dr. Braune von Wetzlar zugegen waren. Nur ein Schädelbruch hinter dem Ohr, durch dessen Spalte das Blut ins Gehirn drang, hatte den Tod des blühenden Menschen herbeigeführt. Nach ärztlichen Gutachten muß dieser durch einen Schlag geschehen sein, denn beim Sturze hätte unbedingt das Ohr verletzt werden müssen.

Aufgrund dieser Aussage wurden die Schuldigen in das Gefängnis nach Weilburg gebracht und später in das Untersuchungsgefängnis nach Limburg überführt; woselbst sie ein viertel Jahr nachdenken konnten.
Am 12. September war die Verhandlung vor der Strafkammer zu Limburg. Die Anklage lautete auf Körperverletzung mit Todesfolge. Es waren einunddreißig Zeugen und fünf Sachverständige geladen, unter denen auch ich fungierte.

Nach neuneinhalbstündiger Verhandlung bean- tragte der Staatsanwalt zwei Jahre Gefängnis.

Als Herr Justizrat Rintelen, der Verteidiger der Angeklagten gesprochen hatte, zog sich der Gerichtshof auf kurze Zeit ins Beratungszimmer zurück.
In der Urteilsverkündung wurde dargelegt, daß Richard Fey durch einen Schlag mit einem stumpfen Gegenstande zu Tode gekommen ist, der zweifellos von den Angeklagten ausgeführt worden sey. Durch die Beweisaufnahme konnte nicht festgestellt werden, wer von den dreien den Schlag ausgeführt habe. Deshalb müsse Freispruch erfolgen."

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Das Nenderother Feldgericht




Als nach Beendigung der Wirren des Dreißigjährigen Krieges das Leben in unsere Dörfer zurückkehrte und auch die öffentlichen Einrichtungen wie Kirche und Schule ihre Tätigkeit wieder aufnahmen, war auch der Zeitpunkt gekommen, wo es wieder Aufgaben für ein Gericht gab.

Nachweise seiner Existenz finden sich immer wieder in den Akten des 17. und 18. Jahrhunderts. Die Bedeutung früherer Zeiten hatte das Nenderother Gericht allerdings nicht mehr. Sein Einflußbereich beschränkte sich fortan nur noch auf das Dorf selbst und reihte sich so ein in die zahlreichen dörflichen Gerichte, die sich in jener Zeit bildeten und unter der Bezeichnung Feldgerichte noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts fortbestanden.

Seine Aufgaben waren ähnlich denen des alten Nenderother Gerichts und umfaßten in erster Linie Schätzungen, Verkäufe von Ländereien und Gebäuden, sowie Anordnungen, die den Ablauf der Feldbestellung regelten. Die Führung der wichtigen Stock- und Lagerbücher, die den genauen Besitzstand aufzeigten, oblag ebenfalls dem Feldgericht.

Als im Jahre 1744 das alte Jägerhaus in Nenderoth zum Verkauf stand, war es der Nenderother Heimberger und die Geschworenen des Nenderother Feldgerichts, die die Schätzung vornahmen.

Die Heimberger -später waren es die Herzoglichen Schultheißen und dann die Bürgermeister (eine Aufstellung siehe im Kapitel über das Nenderother Kommunalwesen)- standen dem Feldgericht vor. Aus den angesehensten Bürgern resultierten die Feldgerichtsschöffen.

Noch um die Mitte des 19. Jahrhunderts war es üblich, ihre Verpflichtung auf Lebzeit vorzunehmen. In dieser Zeit bestand das Nenderother Feldgericht aus dem Bürgermeister als Vorsitzenden und drei Feldschöffen. Die Protokolle zeigen, daß bei den Beratungen meist auch die beiden Gemeindeschöffen anwesend waren. War eine Anzeige des Flurhüters strittig, so traf das Feldgericht die endgültige Entscheidung.

Das noch vorhandene Nenderother Feldgerichtsbuch aus dem Jahr 1868 gestattet uns direkte Einblicke in die Arbeit dieses dörflichen Gerichts. Die engen Vorschriften werden uns heute befremden, waren sie doch in früheren Zeiten, als die Feldfluren noch durch keinen Weg erschlossen waren und jeder zwangsläufig seinem Nachbarn über den Besitz fahren mußte, notwendiges Regelwerk, um die knappen Felderträge und somit die Existenz der Landbevölkerung zu sichern.

Über die Einhaltung der gesetzten Termine wachte mit Argusaugen der Flurschütz. Das Nenderother Feldgericht bestand noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, um dann von einer andere Gerichtsbarkeit, dem Ortsgericht, abgelöst zu werden.

Geschehen Nenderoth den 6. August 1870.



„In der heutigen Sitzung des Feldgerichts wurde beschlossen, daß Morgens vor dem zu Tag läuten und Abends nach dem zu Nacht läuten sich niemand im Felde aufzuhalten hat, sodann ist zum Kartoffelhacken die Zeit von Mittags 12 bis 2 Uhr bestimmt.

Die Übertretung dieses Beschlusses wird mit 15 (Fünfzehn) Silbergroschen bestraft".

Ernst, Bürgermeister
Pfeiffer, Feldschöffe
Henche, Feldschöffe
Schneider, Feldschöffe


Aus dem 18. und 19. Jahrhundert konnten nachstehende Nenderother Feldgerichtsschöffen ermittelt werden:

Johann Georg Stahl
Johannes Klein
Johann Simon Klein
Johannes Stahl
Johannes Klein
Bernhard Becker jüngr.
Ströhmann
Georg Wilhelm Klein
Daniel Tropp
Jacob Ströhmann
Heinrich Wilhelm Klein
Johannes Henche
Johann Christian Baldus
Jacob Pfeiffer
Johannes Wilhelm Henche
Christian Schneider
Johann Heinrich Klein
Peter Becker
1736 - 1763
1774 - 1795
1780 - 1781
bis 1771
1796 - 1817
1817
1817
1839
1835 - 1842
1835
1847 - 1866
1853 - 1858
1854 - 1861
1854 - 1878
1854 - 1878
1867 - 1876
1877 - 1899
1879 - 1899

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Das Ortsgericht




Mit dem preußischen Gesetz über die freiwillige Gerichtsbarkeit vom 21.9.1899 wurden in unseren Dörfern die Ortsgerichte eingeführt. Sie traten an die Stelle der bisherigen Feldgerichte und übernahmen größtenteils auch deren Aufgaben. In der Regel führten die Bürgermeister -wie schon beim Feldgericht- den Vorsitz. Die Mitglieder des Ortsgerichtes wurden von der Gemeindevertretung gewählt und vom zuständigen Amtsgericht -in unserem Fall Herborn- ernannt. In den ersten Jahren bestand das Nenderother Ortsgericht aus dem Ortsgerichtsvorsteher und drei Ortsgerichtsschöffen, von denen einer als stellvertretender Vorsteher fungierte. Etwa ab dem Jahr 1910 gab es noch zwei Hilfsschöffen, die im Bedarfsfall einberufen wurden.

Bis zum Zweiten Weltkrieg konnten nachstehende Mitglieder des Nenderother Ortsgerichts ermittelt werden:


Ortsgerichtsvorsteher:

Ludwig Schneider
Joh. Kristian Klein
Albert Klein
Otto Conrad
1899 - 1919
1919 - 1937
1937 - 1942
1942 - 1945

Ortsgerichtsschöffen:

Johann Heinrich Klein
Joh. Wilhelm Henche
Peter Becker
Theodor Schöndorf
Friedrich Wilhelm Klein
Karl Christian Conrad
Adolf Conrad
H. Wilhelm Nickel
........ Frank
Otto Henche
1899 - 1920
1899 - 1913
1899 - 1905
1906 - 1910
ab 1910
ab 1914
1913 - 1936
1920 - 1934
ab 1934
1936 - 1945


Mit dem Zusammenbruch des Dritten Reiches im Frühjahr 1945 stellte zwangsläufig auch das Nenderother Ortsgericht seine Arbeit ein. Zwar wurde noch im gleichen Jahr ein neues Gremium eingesetzt (Otto Henche wird als Vorsteher und Paul Haas und Heinrich Wolf als Ortsgerichtsmänner genannt); seine offizielle Neugründung vollzog sich jedoch erst viel später.

Nach einem Erlaß des Hessischen Justizministers vom 18.6.1948 beschloß die Nenderother Gemeindevertretung am 24. August des gleichen Jahres die Neubildung des Ortsgerichts. Otto Engelhard wurde neuer Ortsgerichtsvorsteher, Otto Henche sein Stellvertreter. Paul Haas und Erich Conrad als Schöffen komplettierten das Gremium. Otto Hermann Klein (Tropps Otto) und Walter Klein jüngr. wurden stellvertretende Ortsgerichtsschöffen. Im Jahr 1952 bzw. 1953 kamen Ewald Schöndorf, Erich Schöndorf und Walter Kroh als Schöffen bzw. Stellvertreter ins Ortsgericht. Später folgten Walter Menger ält., Willi Schmidt und Herbert Conrad.

Die Flurbereinigung und der einsetzende Strukturwandel in der Landwirtschaft veränderten auch das Tätigkeitsfeld des Ortsgerichtes. Jene Aufgaben des alten Feldgerichtes wie das „Aufmachen der Gebotte", entfielen gänzlich. Im Jahr 1974 wurde Otto Engelhard als Ortsgerichtsvorsteher von Willi Schmidt abgelöst. Das Nenderother Ortsgericht hatte im genannten Jahr folgende Besetzung:

Ortsgerichtsvorsteher:

Willi Schmidt

Ortsgerichtsschöffen:

Ewald Schöndorf
Walter Klein jüngr.
Walter Menger ält.
Walter Kroh
Herbert Conrad


Mit dem Abschluß der großen Hessischen Gebiets- und Verwaltungsreform zum 31. Dezember 1976 traten auch bei den Ortsgerichten einschneidende Änderungen ein. Die erste Gemeindevertretung der neugegründeten Großgemeinde Greifenstein hatte sich noch für die Beibehaltung der bisherigen Ortsgerichtsbezirke ausgesprochen, und mit Walter Rompf war für den ausgeschiedenen Walter Klein im September 1977 nochmals ein Schöffe ins Nenderother Ortsgericht gewählt worden. Doch die Verwaltungsvorgaben schufen auch hier neue Zuschnitte. Das Ortsgericht Nenderoth, das fast noch die Zusammensetzung von 1974 zeigte, wurde schon kurze Zeit später, im Frühjahr 1978, aufgelöst und sein Bezirk mit Arborn und Odersberg zum neuen Ortsgerichtsbezirk Greifenstein IV zusammengefaßt. Aus Nenderoth gehören diesem Ortsgericht bis heute an: Willi Schmidt als Stellvertretender Vorsteher und Herbert Conrad als Schöffe. Walter Menger ält. war 1986 als Schöffe ausgeschieden.

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Der Schiedsmann



Neben dem Ortsgericht gab es im Dorf noch ein weiteres Organ der unteren Gerichtsbarkeit, das sich bis in unsere Tage erhalten hat: Den Schiedsmann.
Der Preußische Staat hatte die Schiedsleute mit der Schiedsmannsordnung vom 29. März 1879 eingeführt. Kam es zu zivilrechtlichen Auseinandersetzungen zwischen den Bürgern des Dorfes, so hatten sie jetzt die Möglichkeit, außergerichtlich ihren Streit beim Schiedsmann zu schlichten. Das war nicht nur billiger -wer konnte sich schon um die Jahrhundertwende einen Rechtsanwalt leisten- es ersparte auch die Unannehmlichkeiten, die ein Besuch beim zuständigen Amtsgericht in Herborn mit sich brachte. Versagten die Bemühungen des Schiedsmannes und waren die Streitenden nicht zur Annahme des Schiedsspruches zu bewegen, so stand ihnen dann der Weg zum Gericht offen. Gewählt wurden die Schiedsmänner wie auch ihre Stellvertreter von der Gemeindevertretung. Ihre Wahlzeit betrug früher drei Jahre, wobei Wiederwahl möglich war. Das zuständige Amtsgericht Herborn sprach dann die Bestätigung aus.

Die Schiedsmannsverhandlungen mußten protokolliert und dem Amstgericht vorgelegt werden. Heute hat die Funktion des Schiedsmanns an Bedeutung verloren und nur noch selten finden dörfliche Streithähne den Weg zu ihm.


Aufstellung der Nenderother Schiedsmänner und ihre jeweiligen Amtszeiten:

Carl Simon
Bernhard Frank
Heinrich August Ernst
Wilhelm Henche
Theodor Schöndorf
Georg Ludwig Rühle
K. F. Wilhelm Frank
Friedrich Wilhelm Klein
Otto Henche
Heinrich Simon
1879 - 1882
1882 - 1886
1886 - 1889
1889 - 1892
1892 - 1898
1898 - 1910
1910 - 1913
1913 - 1922
1922 - 1929
1929 - 22.7.1933


Nach der Machtergreifung durch die NSDAP mußten gemäß einer Verfügung des Landrates vom 18.7.1933 die Schiedsmänner neu gewählt werden. Dadurch schied der erst am 3. Februar 1933 wiedergewählte Heinrich Simon aus. Für ihn wurde Ernst Schmidt gewählt. Während des Krieges sind keine Schiedsmänner mehr verzeichnet. Ernst Schmidt blieb während dieser Zeit und über den Zusammenbruch hinaus im Amt und wurde am 9. Juli 1947 nach neuem Recht wiedergewählt. Im Jahr 1953 löste ihn Erich Conrad ab, der das Schiedsmannsamt bis 1962 versah. Die Nachfolge trat im gleichen Jahr Kurt Friedrich an, der das Amt des Nenderother Schiedsmanns bis heute inne hat.



Verfasser: Dieter Pfeiffer

Quellen:

1. Herborner Urkundenbuch Bd. 1-3
2. Mengerskircher Chronik, L. Hörpel
3. Kirche und Pfarrei Nenderoth, L. Hörpel
4. Westerwälder Scharfrichter, L. Hörpel
5. Kirchenbücher der Pfarrei Nenderoth
6. Protokollbücher der Gemeinde Nenderoth 1910 - 1976
7. Akten des Nenderother Gemeindearchivs
8. Schulchronik Nenderoth Bd. 1
9. Dillenburgische Intelligenz Nachrichten Jg. 1773, 1774 u. 1797
10.StA. Wbd.: Abt.150, Nr.3, Abt.171, B246a,B1230 u. B244, Abt. 360, Abt. 172 u. 173
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