Nenderother Kirchenbücher Inhaltsverzeichnis

Zuletzt aktualisiert am: 11.03.2006


Nenderother Kirchenbuch

Band III

1785 - 1795

Vorwort

Das 3. Nenderother Kirchenbuch beginnt mit dem Jahr 1785 und endet im Jahr 1795. Der Band befindet sich in einem guten Originalzustand. Er hat eine Länge von 34 cm, eine Breite von 21 cm und ist 6 cm stark.
Alle Eintragungen sind von Pfarrer Johann Eberwein Knoell vorgenommen worden. Am Anfang des Buches vezeichnet er auf zwei Seiten unter dem Begriff „Preloden“ Wetterbeobachtungen und allgemeine Nachrichten. Zwischen den eigentlichen Protokollen finden sich zwei Seiten mit Namen von Schulkindern, die die „Kinderlehre“ besuchten, aus den Jahren 1796 bis 1801. Am Ende sind unter dem Titel „Nachrichten aus unserem Vaterland“ auf 7 Seiten weitere historische Begebenheiten wiedergegeben, dabei auch eine Aufstellung der Nenderother Pfarrer.

Der Band gliedert sich in 305 Tauf,- 99 Heirats- und 255 Sterbeeinträge und weist mit den angesprochenen Passagen am Anfang und am Ende insgesamt 133 Textseiten auf.

Transkribiert wurde das Buch in den Jahren 2002/2003. Dabei sind die Texte unverändert wiedergegeben worden, so daß sich bei gleichen Personennamen oft verschiedene Schreibweisen ergeben. Unleserliche oder fehlende Textstellen sind mit . . . . gekennzeichnet.


Dieter Pfeiffer


Breloden



Dieses Protokoll
welches ich mit der Hülfe Gottes im Anfang
des Jahres 1785 angefangen
bestehet aus III. Theilen:



I. aus dem Protokoll der Gebohrnen, von Anfang.

II. aus dem Protokoll der Copulirten, in der Mitte.

III. aus dem Protokoll der Verstorbenen, am Ende.

Der Herr gebe, daß diejenige, deren Nahmen ich hierher in das Register der gebohrnen setze, dermaleins in dem Buch des Lebens eingeschrieben mögen gefunden werden. Ferner, daß diejenige, die ich als Copulirte hierher schreibe, die geistliche Ehe mit Jesu, unserm Heyland mögen aufrichten, und daß endlich diejenige, die als gestorbene werden bewendet, in dem Herrn mögen gestorben seyn. Amen!


Nenderoth, den 3. Jänner 1785
Johann Eberwein Knoell, Prediger.


Breloden





Verzeichnis der Schulkindern, wie sie nach den Jahren in die Kinderlehre gegangen sind.



Johann Henrich Henche, den 20. Februar 1796   Johann Jacob Theiß, den 27. Februar 1796
Jost Henrci Falck, den 20. Februar 1796   Philipp Henrich Petry, den 12. November 1796
Johann Georg Conrad, den 25. November 1796   Johann Peter Conrad, den 10. December 1796
Jacob Deiß, den 10. December 1797   Johann Jost Pfeiffer, den 1. September 1797
Johann Peter Ludwig, den 20. Januar 1798   Johann Georg Deiß, den 20. dito 1798
Johannes Haas, den 4. Februar 1797   Johann Martin Wolff, den 26. October 1797
Georgiana ....., den 1. November 1796   Elisabetha Franckin, den 19. Merz 1796
Christina Pfeifferin, den 20. Merz 1796   Elisabetha Grünin, den 17. April 1796
Maria Elisabetha Troppin, den 5. November 1796   Eva Neuserin, den 6. November 1796
Anna Margretha Conradin, den 1. September 1797   Christina Theißin, item
Cathrina Theißin   Anna Elisabetha Kleinin
Anna Eva Lembachin   Wilhelm Klein aus Nenderoth, den 1. November 1797
Johannes Betz aus Münchhausen, den 4. Januar 1797   Johann Georg Pfaff, den 7. Januar 1797
Johannes Haas, den 4. Februar 1797   Johann Jost Pfeiffer, den 11. September 1797
Jacob Theiß, den 1. October 1796   Martin Pfaff, den 25. October 1797
Jost Henrich Schwarz, den 18. Februar 1798   Johann Peter Falck, den 6. Januar 1798
Johannes Peter Ludwig, den 20. Januar 1798   Johann Georg Theiß, den 20. Januar 1798
Johannes Peter Neußer, den 21. April 1798   Jacob Wilhelm Pfeiffer, den 21. October 1798
Maria Margretha Conradin, 1. September 1797   Cathrina Theißin, 1. September 1797
Anna Elisabetha Beckerin, 1. September 1797   Anna Eva Pfaffin, 28. October 1797
Christina Ludwigin, 29. October 1797   Anna Elisabetha Pfeifferin, 6. Jänner 1798
Elisabetha Schwarzin, 7. Jänner 1798   Margretha Pfaffin, 6. Jänner 1798
Anna Maria Hildin, 13. 1798   Anna Margretha Spornhauerin, 11. Januar 1798
Cathrina Margretha Betzin, item   Anna Margretha Neußerin, den 20. Januar 1798
Margretha Theißin, den 1. – 1798    
     
1. Johannes Peter Neußer, 21. April 1798   2. Jacob Wilhelm Pfeiffer aus Nenderoth, 27. October 1798
3. Johann Henrich Deißmann Arborn, 27. October 1798   4. Johannes Peter Grünn aus Nenderoth, 1. December 1798
5. Johannes Leonhardt aus Arborn, item   6. Johann Martin Leonhardt aus Arborn, 15. December 1798
7. Johannes Grünn aus Nenderoth, 1. Januar 1799   8. Jacob Henrich Herborn aus Arborn, 2. Februar 1799
9. Johann Jost Tropp aus Odersberg, 1. Februar 1799   10.Johann Jacob Becker aus Odersberg, 30. Merz 1799
11. Georg Adam Conrad aus Arborn, 27. April 1799   12. Wilhelm Ludwig Wagener aus Nenderoth,15. May 1799
13. Johann Georg Petry aus Odersberg, 24. August 1799   14. Johannes Henrich Bolz aus Arborn, 1. October 1799
15. Christian Henche aus Nenderoth, 1. November 1799   16.Johannes Peter Hild aus Arborn, 1. December 1799
17. Elisabetha Franckin aus Nenderoth, 11. August 1798   18. Anna Margretha Roosin aus Nenderoth, 8. October 1798
19. Anna Maria Leonhardin aus Arborn, 27. October 1798   20. Anna Margretha Lembachin aus Arborn, 27. December 1798
21. Anna Eva Conradin aus Arborn, 1. Februar 1799   22. Christina Elisabetha Theißin aus Nenderoth, . Februar 1799.
23. Anna Christina Engelhardin aus Nenderoth, 13. April 1799   24. Elisabetha Ströhmannin aus Nenderoth, 6. Juli 1799
25. Anna Margretha Weisin aus Odersberg, 3. September 1800   26. Cathrina Haasin aus Arborn, 6. December 1800
27. Cathrina Theißmannin aus Odersberg, 29. 1800   28. Margretha Theißin aus Arborn, 20. December 1800
29. Louisa Theißin aus Arborn, 15. December 1800   30. Louisa Meuserin aus Odersberg, 21. April 1800
31. Margretha Leonhardin aus Arborn, 1. October 1800   32.Christina Elisabetha Deusterin aus Arborn, 18. Januar 1801
     




Nachrichten aus unsrem Vaterland.

Den 18. Januar 1795 zog unser durchlauchtigster Landesfürst Wilhelm V. mit seiner hohen Familie aus dem Haag nach Engelland, nachdem die Franzosen den 15., 16. und 17. schon viele Städte in Holland haben eingenommen.

Nachdem die Franzosen im Anfang des Monats September (6.-7.) im Jahr 1795 über den Rhein gegangen waren, so drangen sie den 19. und den darauf folgenden Tagen in das O. Nassauische ein, auch kamen sie in unsere Gegend. Bei der Stadt Driedorf auf dem so genannten alten Feld campirte von dieser Nation eine kleine Armee. Sie zogen immer tiefer in den Oberreinischen Kreiß. Bei dem Eintritt in unser Vaterland haußten sie unverantwortlich aber grausam in der retirade ( den 15.Oct. u. f. Tagen) besonders bei Nassau und in der Gegend von Diez.

Die Grausamkeiten, die die Franzosen mit plündern und Schänden der Weibspersonen begingen, haben die Zeitungen leider nicht genug beschreiben können.

Den 4. und 5. Juny 1796 rückte ein Corps Französischer Truppen von der Seite von Hachenburg heran auf den Westerwald nach Emmerichenhain zu und in die selbige Gegend. Diese Truppen hielten besser Order als im vorigen Jahr. Allein das Flüchten vom Oberwesterwald nach unserem Kirchspiel war fast allgemein. Die Unterthanen aus dem Kirchspiel Emmerichenhain, aus Renneroth, aus Oberroth u.s.w. kamen zu uns , wir nahmen sie liebreich auf.

Die übrigen Flüchtlinge lagen mit ihrem Vieh in hiesigen Waldungen, als im Kallenberg und in der Kreuzburg, alwo ich den 7. dito ein Kind taufte, siehe das Taufprotokoll l. J. und nach Zeit und Umständen in Gegenwart vieler Zuhörer eine Rede hielt. Zu Ende dieser Woche kehrten die meisten Flüchtlinge wieder zurück. Die Franzosen kommen uns unterdessen immer näher.

Den 10. und 11. hatte ich eine Parthey dieser Truppen bei mir im Pfarrhaus, welche ich mit etwas Essen und Wein reguliren muste, übrigens keine Grausamkeit anfingen. Den 13. hatten die Franzosen ein kleines Lager bei Mengerskirchen, auch hier hielten sie sich ordentlich. Daß ihnen von den benachbarten Örten mußte geliefert werden verstehets sich von selber. Den 15. zogen sich die Kaiserlichen und Franzosen in der Gegend von der Leuner Brücke zusammen und den 16. gab es eine Affaire, wobey die Franzosen wurden zurückgeschlagen.

Den 16. April 1793 starb zu Herborn Hl. Valentin Arnold, F. O.N. Oberconsistorial Rath, Inspector der Dillenburger Prediger Class. u. erster Professor der Theologie, in dem 82sten Jahr seines so thätigen als auch exemplarischen Lebens. Er war vormals in Herborn mein Lehrer.

Als am 21. April 1793 Hl. O.C.Rath u. Oberprediger Seel in Dillenburg den Hl. Professor Fuchs (meinen Freund) zu Herborn als dasigen ersten Prediger einsetzen wollte, sank er mitten unter dieser feyerlichen Amtsverrichtung, durch einen Schlagfluß, vor dem Altar zur Erde nieder, wurde aus der Kirche weggetragen u. einige Stunden darauf nahm Gott seine Seele zu sich. er war gebohren am 23. Merz 1726.

Den 27. July 1794 starb mein werthester angrenzender Nachbar Hl. Pfarrer Manger, Reformirter Prediger in Mengerskirchen. Er wurde in der Stille beerdiget den 29. Er ist alt geworden 69 Jahre. Die Leich-Predigt hielt ich als Nachbar und Freund den Sonntag darauf aus Math. 25.21. in Gegenwart vieler Reformirten aber noch mehr Catholischer Zuhörer. Die Betrübnis über das absterben dieses lieben Mannes war groß, welches die Thränen der Zuhörer anzeigten.

Den 19. Februar 1795 brach ein Brand in Oberroth, Kirchspiels Elsof aus. In die Asche wurden gelegt 1) an Häuser – 2) an Scheuern und anderen Gebäuden 74. Durch Unvorsichtigkeit einer Frau ist dieser Brand entstanden. In dem Haus des Joh. Georgs Schneiders hat der Brand seinen Anfang genommen, und bei dem aus Nordosten brausenden Sturmwind konnte weniges errettet werde.

Den 25. July 1795 morgens 2 Uhr entstunde ein Brand zu Rotenberg, Amts Driedorf, wie ? kann man eigentlich nicht sagen. Es sind angebranndt 2 Häuser und 3 Scheunen.




Copia
Ex Archivo Dillenburgensi

Die Prediger in Nenderoth, die vor dem Jacob Knoell sind hergegangen, sind folgende:


Eberhard, 1432, 1435

Nicolaus, 1455, 17. Oct.

Johs. Klunk, + 1530

Peter Sebastian, 1565, 1567-79, 1580 bekam er den Abschied.

Joh. Wolff, 1580, + 1582, Jul. 15.

Johs. Bilger/Heidelbergensis, 1584, May 7.-1585, Nov.

Zacharias Gudenus, 1587, 1590.

Albert Sprickart, 15xx (Anm. ist durchgestrichen) Er war nicht Prediger sond. Landschreiber

Darauf folgen wie auf der anderen Seite stehen: P.M.




Nenderoth hat 36 Haushaltungen ohne die Johannisburg und die 2 Mühlen, und 192 Seelen.

Odersberg hat 30 Haushaltungen und 139 Seelen

Arborn – 67 Haushaltungen und 364 Seelen

Münchhausen auf der Dietzer Seit 18 Haushaltungen, 88 Seelen.




Nachricht von den Predigern des Kirchspiels Nenderoth
Die Prediger, die ich namentlich in hiesigen Protocollen angetroffen habe, sind folgende:


Jiodocus Diffenbach 1602-1606.

Jacob Knöll aus Dillenburg. Er war hier Prediger vom Jahr 1606 bis 1615. Zu seiner Zeit graßirte die Pest in Arborn, davon er folgendes aufgeschrieben hat: auf heut dato den 14. Marty 1613 hat die Pest in Arborn angeschlagen in Henches Christges Haus; und gestorben wie folgt: Summa bis ans Ende des Jahres 40 Personen. Ferner auf heut dato den 2. Sept. 1614 die Pest in Nenderoth angefangen. Unter ihr starb als Schulmeister in Nenderoth, Henrich Petri von Dillenburg. Auf diesen Jacob Knöll folget in der Ordnung der Prediger:

Ego Justus Arcularius Tillemontanus Nahsovius ad ministerium Ecclihiusti cum vocatus ordinatus et Ecclesiae – quae est Nenderodae prachentatis qui AO 1615 die 29 8bris per Reverendum et Dochihsi mum virum Dn. Georgium Kretzmüllerum pastorem Beylsteiny p.t. vicinarum Ecclesiarum Antistitem et inspectorem per doctissimum diligentissimum. Dieser Justus Arcularius stehet hier dem Heiligthum des Herrn von, vom Jahr 1615 bis 1620. Auf diesen folget Georgius Bargerus Mengerskirchensis. Diesen findet man vom Jahr 1621 bis ins Jahr 1635. Zu seiner Zeit, den 2. Nov. 1633 fiel eine spanische Parthey Madenmülle, Odersberg und Arborn feindselig an. Eine Frau aus Arborn kam aus Schrecken 3 Kinder ab. War vorher Prediger zu Dillhausen.

Im Jahr 1644 wurde der Herde Christi vorgesetzt: Henrich Breusing aus dem Siegenischen. Er wurde hiesigem Kirchspiel präsentirt den 3. Merz 1644 durch Hl. Nicolaus Terviranus, Inspector in Diez. Dieser Breusing stand dem Heil seiner Gemeinde vor bis in das Jahr 1658.

Häcurque Hl. Breusingens aufzeichnen spricht dessen Nachfolger Hans Daniel Kreuhsler 1660.

Johann Philipp Kolb aus Dillenburg. Diesen findet man erst im Jahr 1661 als Prediger.Er arbeitete im Weinberg des Herrn Jesu das laufende Jahrhundert durch- und auf ihn folgte:

Johann Peter Koch 1706. Ihn sieht man noch im Jahr 1737. Diesem wurde im laufenden Jahr adjuctiert: Hl. Johann Jacob Winchenbach von Herborn – jetzt ehrwürdiger Greis u. ältester Prediger in dem Nassauischen zu Marienburg. Auf dessen Abgang folgte im Jahr 1754 Philipp ernst Bruchmann. Er starb hier den 3. Jan. 1773 bis den 17. May 1774 war Vicarius der Candidat Herrmanni, jetziger Hl. Pf. zu Fleißbach, worauf als ordentlicher Prediger folgte Hl. Tillmann, jetziger Prediger in Driedorf. Er war dahier Prediger 9 Jahre.

Den 16. Juny bin ich, Johann Eberwein Knoell aus Dillenburg, nachdem ich 14 Jahre in Frohnhausen als Prediger gestanden habe, von dem Hl. Inspector Hepp aus Dietz als Prediger introdictiret worden.




Den 9. October 1790 wurde zu Frankfurt als Römischer Kaiser gekrönet Leopoldus II. Großherzog von Toscana. Die Texten, worüber den 10. dieses Monats wegen dieser Feylichkeit geprediget wurde in Frankfurt waren aus Ps. 84, 12.13. Jes. 12,5 und Ps. 21, 2-8. Die Gnade Gottes sey mit ihm! In Worms 1. reg. 1,39,40,95, 115, 13, 14, 1. Sam. 10, 24.

Den 14. October 1790 wurde unsre Durchlauchtigste Prinzessin Friederica Louisa Wilhelmina mit dem Durchlauchtigsten Fürsten Herrn Carl Georg August Erbprinzen von Braunschweig und Lüneburg in dem Haag vermählet. Der Herr gebe zu dieser hohe Vermählung seinen gnädigen Segen!

Den 1. Merz 1792 des nachmittags um 1 Viertel nach 3 Uhr starb an einer heftigen Entzündungs-Krankheit der Römische Kaiser Leopoldus II. Sein hohes Leben hatte er gebracht auf 44 Jahre, 10 Monate weniger 7 Tage. Als Kaiser hat er regiret 1 Jahr, 5 Monate weniger 9 Tage. Zu früh entriß ihn leyder das Geschick, diesen von jedermann wegen seinem großen menschenfreundlichen Charakter und Regentenweißheit so innig geliebten Monarchen, dessen Werth allgemein erkannt, sein früher Tod von jedermann beweint, und sein Verlust von jedermann gefühlet worden.

Den 29. Merz 1792 starb Gustav König in Schweden an den Folgen des von dem Meuchelmörder Ankarstroem erhaltenen Schusses. Er war gebohren den 24. Jan. 1746, ist alt worden 46 Jahr und etwas über 2 Monate.

Den 14. July 1792 wurde Franz II. Durchlauchtigster Sohn obigen Leopoldi II. zum Römischen Kaiser zu Frankfurt gekrönet. Der König aller Könige .... ihn mit seinem guten Geist!

Den 21. Jan. 1793 wurde Ludwig XVI. gewesener König in Frankreich öffentlich in Paris decolliret. Er war gebohren den 23. Aug. 1754, übernahm die Regierung den 20. May 1774.

Den 17. Oct. 1793 wurde Marie Antonetta, gewesene Königin in Frankreich, des obigen Königs Frau Gemahlin öffentlich in Paris decolliret.





Ein kleiner Prediger-Spiegel aus Gottes Wort.


Einem Prediger muß alles willkommen sey, was zur Förderung der Gottseligkeit und Nachfolge Jesu Anleitung giebt. Die Zeit unserer Wallfahrt ist kurz,- die Zeit der Aussaat noch kürzer. Wir müssen daher jeden Augenblick wahrnehmen, viel, viel auszusäen und wenn des Tages Last u. Hitze und drücken will, so soll der Gedanke uns aufs neue stärken: die Erndte kommt!

Betrachte dich oft, mein lieber Mitbruder und Nachfolger, aus Luc. Kap. 12, besonders lasse dir empfohlen seyn folgende Sprüche.
Ihr seid das Salz der Erde, wo nun das Salz dumm wird, womit soll man salzen? Math. 5, 13. Mag auch ein Blinder dem andern den Weg weisen, werden sie nicht beyde in die Grube fallen? Luc. 6, 39.

Man suchet nicht mehr an den Haus-Hältern, denn daß sie treu erfunden werden. 1. Kor. 4, 1.
Welchem viel gegeben ist, bey dem wird man viel suchen, und welchem viel befohlen ist, von dem wird man viel fordern. Luc. 12, 48.

Verflucht sey, wer des Herrn Werk nachlässig thut, Jer. 48, 10.